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Johnny Cash Das jüngste Werk in deutscher Sprache „Schon wieder ein Buch über Johnny Cash“ wird der eine oder andere sagen. Ja, schon wieder und das ist gut so, denn die vielen Millionen Fans des „Man in Black“ wissen noch längst nicht alles und auch wer vielleicht für sich nur wenig Neues in diesem aktuellen Werk entdeckt, der wird es dennoch lesen wie einen Krimi. Dr. phil. Martin Schäfer, der Autor dieses neuesten Werkes mit dem schlichten Titel „Johnny Cash“, ist Redakteur beim Schweizer Radio DRS und bearbeitet dort die Themenschwerpunkte „Populäre Musik und Kultur“. Ausserdem lehrt er seit 2002 am Institut für Medienwissenschaft an der Universität Basel zur Kultur- und Mediengeschichte der populären Musik.
Vom Repertoire eines Hank Williams weiss man, dass sich das Leben des „Hillbilly Shakespeare“ in dessen Songs reflektiert, wenn man sie nur einigermassen chronologisch abspielt. Im Kapitel „Werk“ stellt Schäfer schon gleich zu Beginn fest, dass es trotz allen anderen künstlerischen Versuchen die Songs sind, die Cashs eigentliches Werk ausmachen. Und hier registriert der Autor immer wieder eine gewisse Koinzidenz zwischen bestimmten Songs und den zahlreichen Themen-Alben zu Cashs Lebenssituationen und Stimmungen. Ob dies alles immer zu 100% zutrifft ist relativ unwichtig, viel interessanter ist das Ergebnis, dass nämlich für Johnny Cash dasselbe zutrifft wie für seine beiden grossen Vorgänger Hank Williams und Jimmie Rodgers, deren Leben unmittelbar in ihren Songs reflektiert wurde. Dabei kam es bei Cash wie auch bei Williams oder Rodgers nicht darauf an, ob die Songs selbst geschrieben wurden oder ob man sich aus der jeweiligen Stimmung heraus einfach anderer Komponisten bediente. Gekonnt hangelt sich Schäfer von Hit zu Hit und von Album zu Album, analysiert ihre Inhalte und zieht seine Rückschlüsse auf Cashs Gemütslage. Wichtige Stationen in der Werk-Beschreibung sind natürlich die Sun-Jahre, die frühen und späten Jahre bei Das letzte und kürzeste Kapitel „Wirkung“ beginnt mit der Feststellung: „ Über 50 Jahre lang, von 1955 bis zu seinem Tod - und darüber hinaus! -, war Johnny Cash in den Hitparaden präsent.“ Dann geht es um den anfänglichen Rockabilly-Pionier, Cashs unvergleichliches Charisma, die mediale Wahrnehmung, seinen Einfluss auf Bob Dylan, sein universaler Appeal als Botschafter der Country Music schlechthin, die Wirkung der Johnny-Cash-Show zwischen Juni 1969 und März 1971 mit Gästen wie Ray Charles, Louis Armstrong oder Pete Seeger. Dann folgt 1972 der Kampf um den wahren Johnny Cash, die Verleumdungen, die Zerrbilder, bis hin zum Image Transfer, der den „Man in Black“ mit Hilfe des Produzenten Rick Rubin zur Ikone der „Generation X“ werden lässt. Das Buch endet mit einer Zeittafel, welche die wichtigsten Stationen von Johnny Cash chronologisch listet, gefolgt von einer umfassenden Bibliographie und einem Personenregister. Es ist ein sehr empfehlenswertes Werk, spannend geschrieben, das genauso für den Cash-Einsteiger geeignet ist wie für den alten Hasen. Ein 160 Seiten starkes Taschenbuch mit zahlreichen interessanten Fotos zum Preis von 7,90 €. Erschienen bei Suhrkamp: Martin Schäfer „Johnny Cash“ sb 31 ISBN 978-3-518-18231-4 Walter Fuchs |
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